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Gewächshäuser im Land der Vulkane und Geysire.
Die isländische Landwirtschaft ist in besonderem Maße von den klimatischen Bedingungen gekennzeichnet. Die Produktion hat sich dem angepasst: Schafhaltung und Milcherzeugung dominieren immer noch den Markt, Ackerbau kommt wenig vor. Die Entwicklung der letzten Jahre geht hin zum Gewächshausanbau, zum Tourismus und zur Pferde-, Schweine- und Geflügelhaltung.
Starker Strukturvandel
Zu Beginn des letzten Jahrtausends lebten nahezu 80% der isländischen Bevölkerung in ländlichen Gebieten, aber Orte und Städte begannen zu wachsen. Durch die Einführung neuer Technologien - vor allem im Fischfang - und neuer Produktionstechniken änderte sich das Bild, so dass heute nur noch etwa 8,5% der Bevölkerung auf dem Land leben. Der Anteil der Landwirtschaft an der Wertschöpfung beträgt 2,6%, die Zahl der Erwerbstätigen sank von 32% im Jahre 1940 auf etwa 5%. In manchen Gebieten ist die Zahl der Erwerbstätigen gleichwohl höher und liegt bei etwa neun bis 20%, einschließlich der Milch- und Fleischindustrie.
Die Klima spielt grosse Rolle
Geprägt ist die isländische Landwirtschaft durch besondere klimatische und geografische Bedingungen. Island liegt am Polarkreis im nördlichen Atlantischen Ozean und ist etwa 103.000 km² groß. Das Klima wird vom umgebenden Ozean bestimmt. Die durchschnittlichen Temperaturen schwanken von 8° C bis 15° C im Juli und - 3° C bis 3 °C im Januar. Das Wetter ist manchmal unbeständig. Wind und Regen sind häufig, vor allem im Süden und Westen des Landes. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge beträgt zwischen 400 und 4.000 mm. Die Vegetationsperiode ist relativ kurz und dauert selten mehr als vier Monate.
Junge Insel im Nord Atlantik
Island ist geologisch gesehen ein sehr junges Land, mit vielen vulkanischen Gebirgen aus Lava und Sedimenten und hat noch viele tätige Vulkane und Geysire. Außerdem gibt es viele Gebiete, die stark von Erosion durch Wasser und Wind betroffen sind. Zurzeit sind schätzungsweise 25 % der Landesfläche mit Vegetation bedeckt, Seen und Eis bedecken 14 % und 60 % sind dürres Land.
Landwirtschaftliche Produktion
Klar ist, dass Island aufgrund seiner klimatischen und geografischen Voraussetzungen nicht besonders gut für die landwirtschaftliche Produktion geeignet ist. Ackerbau wird wenig betrieben und ist von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung. Die Anbau von Gerste hat aber in den letzten Jahren stark zugenommen. Die Tierproduktion nimmt mit 75 % der gesamten landwirtschaftlichen Produktion den größten Anteil ein. Die isländische Landwirtschaft basiert zum größten Teil auf Weidewirtschaft. Heu und Silage werden von natürlichen Flächen oder von kultivierten Wiesen gewonnen.
Starker Rückgang der Schafproduktion
Der wichtigste Sektor der isländischen Agrarwirtschaft ist die Rinderproduktion, vor allem Milcherzeugung, gefolgt von der Schafhaltung. Über die letzten 20 Jahre gesehen, ist ein bedeutender Rückgang der Schafproduktion festzustellen: Im Vergleich zum Jahr 1970 werden heute nur noch 56 % der damaligen Tierzahl gehalten. Eine Steigerung ist bei der Produktion von Rind- und Schweinefleisch zu verzeichnen, außerdem wuchs die Zahl der Produkte aus dem Gartenbau. Die Zahl der Rinder für die Fleischproduktion wurde zwischen 1970 und 1994 annähernd verdoppelt, nämlich von 19.000 auf 41.000 Tiere. Die Zahl der gehaltenen Schweine wurde in derselben Zeitspanne verfünffacht, nämlich von 70.000 auf 380.000 Tiere.
Die große Steigerung der Pferdezahl - nämlich von 33.000 auf 79.000 in derselben Zeitspanne - verdeutlicht das nationale Interesse am Reitsport und einen wachsenden Markt für Tourismus.
Lange Jahre war die traditionelle Haltung von Rindern und Schafen auf einer Farm vorherrschend. Auch heute ist diese Form der Tierhaltung noch stark verbreitet, obwohl in den letzten Jahren ein signifikanter Trend zur Spezialisierung zu erkennen ist.
Die meisten Farmen werden von Familien in kleinen Einheiten bewirtschaftet. Etwa die Hälfte der Schaffarmen haben zwischen 200 und 300 Schafe. Insgesamt gibt es in Island noch etwa 3.800 landwirtschaftliche Betriebe, wobei die Zahl sinkt. Der größte Teil des Landes (etwa 75 %) gehört den Landwirten selbst. Trotz der kleinen Betriebe sind die isländischen Farmen hoch mechanisiert. Ungefähr 2.000 Betriebe erzielen ihr Haupteinkommen aus der Schafhaltung. Die Zahl der Milch produzierenden Betriebe liegt bei etwa 1.100.
Quotensystem in der Milch- und Schaffleischproduktion
In den traditionellen Bereichen der Landwirtschaft - Milchproduktion und Schafhaltung - wurde die Produktion im letzten Jahrzehnt durch ein Quotensystem reguliert. Für die Milchproduktion gilt dies nach wie vor und die Quoten sind frei handelbar, während in der Schafproduktion die Quoten nicht länger die Produktion regulieren. Sie bilden jetzt die Basis für die Aufteilung der Direktzahlungen zwischen den Schafhaltern.
Andere Erzeugnissen
Die Produktion von Kartoffeln, Wurzelfrüchten und Gemüse war traditionell sehr klein und trotz einer Steigerung ist sie es - im Vergleich zu anderen Ländern - nach wie vor. Im Freien ist die Produktion limitiert auf Kartoffeln, Weißkohl, Rüben, Blumenkohl und Möhren. In Abhängigkeit von den klimatischen Faktoren schwankt die Freiland-Produktion stark. So variiert z. B. die Produktion von Kartoffeln von 4.000 t bis hin zu 15.000 t pro Jahr. In den letzten Jahren hat die Gewächshausproduktion zugenommen. Sie ist unabhängiger von den klimatischen Bedingungen und hat zu einer größeren Variabilität beigetragen. Vorwiegend werden Tomaten, Gurken und Blumen angebaut.
Gewächshausanbau gewinnt an bedeutung
Im Gewächshausanbau wird vor allem geothermische Energie genutzt, im Winter auch Kunstlicht. Weit über 100 Landwirte betreiben den Gewächshausanbau und bewirtschaften eine Fläche von 180.000 m² unter Glas.
Ein Vorteil der klimatischen Bedingungen ist, dass der Einsatz von Insektiziden und Herbiziden minimal ist. Die Kälte schützt das Land vor vielen Pflanzenkrankheiten oder Insekten.
Neue Aktivitäten auf dem Land gesucht
Im Zusammenhang mit der traditionellen Landwirtschaft sind in den letzten Jahren zahlreiche Anstrengungen unternommen worden, um die Entwicklung der Betriebe bezüglich der Beschäftigung und das Leben auf dem Land zu fördern. In den letzten Jahren hat der Farm-Tourismus stark zugenommen. Die kurze Saison ist ein Nachteil, aber nichtsdestotrotz erhöht dieser Bereich das Einkommen vieler Familien und ist häufig mittlerweile sogar die Haupteinnahmequelle. Traditionelle Beschäftigungen wie der Fischfang in Seen und Flüssen, das Sammeln von Daunen und von Treibholz waren schon immer Teil des Lebens in Island und werden insofern weiter entwickelt. Das Fischen von Lachs und Forellen korrespondiert außerdem hervorragend mit den Aktivitäten im Tourismus. |
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